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Zum 1. Lugauer Kunstsymposiums: Tagebuch und Künstlerpräsentation

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Tagebuch zum Kunstsymposium und Künstlervorstellung

Symposiums-Tagebuch:

Sonnabend

Die Künstler Nikolay Yotov und Shuengit Chow reisen aus Sofia in Bulgarien bzw. aus Paris in Frankreich an. Die werden am Flughafen in Dresden abgeholt. Leider ist Nikolay Gepäck mit Persönlichen Sachen und Werkzeug nicht in Dresden angekommen. Das bereitet große Sorgen. Zum Glück wird das Gepäck schnell gefunden und trifft mit dem nächsten Flieger aus München in Dresden ein.

In Lugau angekommen beziehen die Künstler Ihre Ferienwohnungen und besichtigen auf einem kleinen Spaziergang Lugau und stärken sich im Paletti Park.

Sonntag

Am Sonntag, den 08.09.2019 startete das 1. Lugauer Kunstsymposium. Die drei eingeladenen Künstler aus Deutschland reisten am Sonntag an: Katja Brückner aus Berlin, Uli Schwander aus Bad Säckingen und Christoph Rossner aus Bad Schlema. Nach dem die Künstler in der Pension willkommen gehießen waren, besichtigten Sie das bereitliegende Material und den geplanten Arbeitsplatz am Radweg im Stadtpark. Am Sonntagabend fand in der Villa Facius ein kleines Willkommensessen statt.

Montag

Am Montag fand um 9:00 Uhr die offizielle Eröffnung des Symposiums statt. Mit dabei war auch Frau Lippold mit Ihren Schülern vom Carl-von-Bach Gymnasium. Der Kunstkurs von Frau Lippold hatte wesentlich Anteil an der Projektidee, mit der sich die Stadt Lugau 2017 und 2018 am Städtewettberwerb "Ab in die Mitte" beteiligte. Die dabei erreichten 2. Plätze und das damit verbundene Preisgeld, ermöglichten der Stadt Lugau nun die Durchführung des Symposium. Der Kunstkurs wird im Rahmen eines Workshops das Symposium begleiten.

Nach der Eröffnung werden die Arbeitsplätze eingerichtet. Dabei hilft die Fa. IGW, die derzeit am ehemaligen Bauhof baut, enorm. Insbesondere der Kran leistet gute Hilfe bei der Umsetzung des großen Ulme-Stammes und der schwereren Materialien.

Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnet stark und ist sehr stürmisch. Die am Morgen aufgestellten Pavillons brechen nach dem Mittag zusammen. Gemeinsam mit dem Bauhof wird der Standort der Arbeitsplätze im strömenden Regen verlegt. Nun können die Künstler, soweit dies mit den Materialien möglich ist, bis zum Abend weiterarbeiten.

In der Villa Facius fertigt Shuengit Chow den ganzen Tag kleine Quader aus Getränkedosen. Mehr als 300 Dosen verarbeitet sie. Gern nimmt sie auch Dosenspenden entgegen. Je seltener das Bild auf der Dose, desto besser.

Katja Brückner bereitet den Guss Ihrer Modelle ebenfalls im Trockenen in der Villa Facius vor.

Am Abend trifft auch Ryzsard Litwiniuk aus Polen ein. Die Künstler sind nun alle da.

 

Dienstag:

Der Tag beginnt mit Sonnenschein. Nikolay Yotov arbeitet bereits früh am Morgen mit seiner Kettensäge im Stadtpark. Er muss den Regentag aufholen, bereits am Sonnabendnachmittag muss er weiterreisen. Er wird zum nächsten Symposium in Aserbaidschan erwartet. Er wird von den Schülern gefragt, was er sich als erstes zum Thema des Symposiums "Radverkehr und Bewegung" gedacht hat. Seine Antwort auf englisch war: "Wie werde ich rechtzeitig fertig?". Dies sei ein wichtiges Thema, denn er habe ja nur eine Woche um das Projekt zu verwirklichen, Auch Uli Schwander arbeitet konzentriert an seinem Arbeitsplatz am Güterschuppen. Er fertigt die Gussformen für seine Radbank.

Immer wieder bleiben Passanten stehen und beobachten die Künstler bei Ihrem Tun.

Katja Brückner bereitet den Arbeitsplatz für den Guss Ihrer Modelle vor.

Shuengit Chow beginnt mit der Bearbeitung der Alu-Quader in der Bühne der Villa Facius.

 

 

 

Shuengit Chow „Dreamcatcher“

Shuengit Chow

Shuengit Chow ist eine aus Frankreich stammende Künstlerin, welche am 01.12.1954 geboren ist. Ihre Kunstwerke sind überall in der Welt bei verschiedenen Kunstausstellungen zu sehen.

In Lugau möchte Sie mit dem „Dream Catcher“, also Traumfänger punkten. Dieses soll aus leeren Aluminiumdosen entstehen und Sie benötigt dafür verhältnismäßig wenig Werkzeug. Der Sinn dahinter ist, dass man mehr über seine Träume nachdenken sollte, die bösen Träume vergisst und man somit auf den Weg kommt, die Träume zu erreichen.

 

Weitere Werke von Shuengit Chow

 Kunstwerke von Shuengit Chow

 

Christoph Roßner „Radschlag“

Christopher Roßner

„Christoph Roßner wurde 1961 in Schlema im Erzgebirge geboren. Er absolvierte eine Lehre zum Holzbildhauer von 1978-1981, sowie ein Studium für angewandte Kunst von 1992-1996. Anschließend wurde noch ein Gaststudium in St. Petersburg und ein Vertiefungssemester in Animationsfilm und Videoproduktion beendet. Seit 1991 arbeitet er als freischaffender Künstler, Bildhauer, Objektbauer und Installateur, projektbezogene Lehrtätigkeiten, Werke im öffentlichen Raum und Privatsammlungen, Teilnahme an Ausstellungen und Messen. Seine Arbeitsaufenthalte sind im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet jedoch in Bad Schlema.

Werke von Christopher Roßner

Nikolay Yotov „Infinity“

Nikolay Yotov

Nikolay Yotov wurde 1973 in Dobrich, Bulgarien geboren. Er studierte Kunst bis 2001. Seinen ersten Preis gewann er 2002 beim International sculpture symposium St. Piere de Chatreuse in Frankreich. Er ist mit seinen Kunstwerken weltweit aufgestellt und war auch schon zweimal in Deutschland (Blaustein und Hoyerswerda).

Zum Kunstsymposium in Lugau möchte er uns sein Kunstprojekt „Infinity“ vorstellen.

 

Nikolay Yotov´s Blog

Kunstprojekt Infinity

Katja Brückner „Halber Mensch“

Katja Brückner

Frau Katja Brückner kommt aus Berlin. Ihr Studium für freie Kunst Klasse für experimentelle Skulptur absolvierte Sie bei Yuji Takeoka, wo sie von 2006 bis 2007 Meisterschülerin war.

Vergangene Symposien sind zum Beispiel das Sommersymposium im Kloster Veßra 2019 oder das 7. Bildhauersymposium in Bad Salzungen.

Für das Kunstsymposium in Lugau ist eine Figur aus Acrylat-/ Betonguß gedacht. Die Arbeit ist experimentell und beim Gießen entsteht eine jeweils individuelle Form, die nicht genau vorhersagbar ist.

 

Ryszard Litwiniuk „Transition“

Ryszard Litwiniuk

Ryszard Litwiniuk (geb. 1966) absolvierte die Akademie der bildenden Künste in Danzig, Fakultät für Bildhauerei. Diplom in Prof. Edward Siteks Atelier im Januar 1992. Zwischen 1998 und 2013 lebte und arbeitete er in Kanada. Derzeit arbeitet er in Warschau und Anduławy. Er beschäftigt sich mit Skulptur, Zeichnung, Grafik und Installation, Naturkunst.

Seine Arbeiten wurden auf Einzel- und Gruppenausstellungen in Warschauer Galerien gezeigt und in aller Welt, u. a. in Kanada,  Schweden, Ungarn.

Er nahm an Symposien teil und führte Projekte in Europa, Argentinien, Indien, Korea, Kanada und den USA durch.

Seine Worte zu seinen Projekt in Lugau:  Mein Projekt „Transition" symbolisiert das Rollen von Rädern, das Drehen von Speichen auf dem Fahrrad, den Wind und die Bewegung. Mit meinem Projekt möchte ich das Hobby des Radfahrens schätzen. Alle Radfahrer denken, "das ist meine Freiheit, das Salz meines Lebens."

 

Ryszard Litwiniuk „Transition“

Karl-Ulrich Schwander „Radbank“

Karl-Ulrich Schwander

Karl-Ulrich Schwander ist 1958 geboren. Seit 1989 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Freiburg, sowie in Antas (Spanien).

 Sein Kunstwerk benennt sich Radbank für Lugau. Als Vorarbeiten werden auf verdichteten nassen Erdboden Fahrradreifenprofile mittels Silikon-kautschuk abgeformt. Und dann wird im Sockelbereich mit zugeschnittenen Styrodur-elementen verfahren, die dann nach der Herauslösung an den Untertagebau mit seinen Minengängen erinnern mögen. Die Zumischung von schwarzen Pigmenten zum Beton im Sockelbereich soll ebenfalls an die Kohlebergbauvergangenheit von Lugau erinnern.

 

Karl-Ulrich Schwander Werk „Radbank“

 

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